Auferstehungshoffnung und die MDG’s
Von Peter Seeberger / Leiter StopArmut2015
Frühling – es spriesst wieder mit aller Kraft in Gärten und auf den Feldern. Auch der Wald schimmert bereits in zartem Grün. Ich staune über die Kraft der Natur, die aus der Totenstarre des Winters zu neuem Leben erwacht – und das nach unglaublichen -15°C während mehrerer Tage im Januar.
Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde. Jes 43,19
Apropos Wasser in der Einöde: Anfangs März verkündete der Generalsekretär der UNO, Ban Ki-Moon, dass MDG 7-1vorzeitig erreicht wurde und 89% der Weltbevölkerung mindesten 20 L sauberes Wasser pro Tag zur Verfügung haben.
«Die erfolgreichen Bemühungen um besseren Zugang zu Trinkwasser sind ein Beweis für all jene, welche die Millenniums-Entwicklungsziele nicht bloss als Traum sehen, sondern als wichtiges Instrument zur Verbesserung der Lebensqualität von Millionen von armen Menschen.»
Und wie steht es um die anderen Millenniumsziele?
Folgende Ziele haben gute Chance bis 2015 erreicht zu werden;
Halbierung der Anzahl Menschen in extremer Armut (MDG 1_1), Primarschulbildung für alle Kinder (MDG 2), Gleichstellung von Knaben und Mädchen in Bildung und Beruf (MDG 3).
Schwieriger wird es bei folgenden Zielen…
Halbierung der Anzahl Menschen, die unter Hunger leiden (MDG 1_2), Reduktion der Kindersterblichkeit um 2/3 (MDG 4), Reduktion der Müttersterblichkeit um ¾ (MDG 5), Bekämpfung von Aids, Malaria (MDG 6), Halbierung der Anzahl Menschen, die keinen Zugang zu sanitären Anlagen haben (MDG 7_2), Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung (MDG 8). …aber sollte dem Herrn etwas unmöglich sein?
Zu Marta, der Schwester des verstorbenen Lazarus sagte Jesus:
Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Joh 11,40
Realpolitiker sagen die MDG’s tot, bevor die Ziellinie erreicht ist. Hätten sie in der Entwicklungspolitik doch bloss die selbe Hoffnung, die sie für ihren Fussballclub haben, denn jeder Fan weiss; ein Resultat ist erst definitiv, wenn der Schiedsrichter den Match abpfeift. Wenn es möglich ist, dass eine entschlossenen Fussballmannschaft noch in letzter Minute einen Match gewinnen kann, warum sollte das nicht auch bei den MDG’s der Fall sein?
Ostern ist für mich ein Weckruf – „Christus ist auferstanden! Ja, er ist wirklich auferstanden!“ Aus dieser Tatsache schöpfen wir Kraft und Hoffnung unseren Teil dazu beizutragen, dass auch die Ärmsten, die Versklavten und Ausgebeuteten auf unserem Planeten wieder auf(er) stehen können.
Ein eindrückliches Beispiel dafür, was Auferstehungshoffnung und entschlossenes Handeln zu bewirken vermag, liefert uns das Ruandische Ehepaar Emmanuel und Bibiche Rutunda.
Auch sie hatten Familienangehörige verloren während dem Genozid 1994, der eine Million Opfer forderte. Durch den Glauben an Jesus Christus hielten sie aber an der Hoffnung fest, dass sich die Menschen in Ruanda versöhnen und ihr Land neu zum Blühen bringen.
Sie begannen eine Versöhnungsarbeit, die in Zusammenarbeit mit Kirchen und Organisationen eine landesweite Bewegung auslöste und bis in die Politik hinein ausstrahlte.
Damit sich die Leidtragenden nicht nur mit tröstlichen Worten begnügen müssen, legen die Rutundas Wert auf einen ganzheitlichen Ansatz ihrer Hilfe. Gebet und seelsorgerliche Begleitung ist das eine Standbein ihre Arbeit, Hilfe zur Selbsthilfe das andere. Witwen werden mit einer Ziege unterstützt, Bauern mit Saatgut. Besondere Beachtung fand ein Pilotprojekt mit der proteinreichen Kulturpflanze Amarant, die sich gut als Nahrungsergänzung eignet. Der Anbau dieser Pflanze soll nun auf das ganze Land ausgeweitet werden. Manchmal fehlt das Geld, um weitere Projekte zu verwirklichen. Dann bringen die Rutundas diese Anliegen an ihrem wöchentlichen Gebetstag vor Gott, um Weisung und Kraft für die nächsten Schritte zu erhalten. Sie beten aber auch für gute Beziehungen zu den Verantwortungsträgern im Staat, um ihre Entscheidungen beeinflussen und mittragen zu können. Besonders freut sie, dass Ruanda zu einem Vorbild für andere Nationen werden will und auch Korruption entschieden bekämpft. So würden sich die Politiker keine Häuser und Autos auf Kosten des Staates anschaffen, was für Afrikanischen Verhältnis aussergewöhnlich sei.
Siehe Artikel von Spiegel Online http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,819678,00.html
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel “Ein Land steht wieder auf“ aus dem Christlichen Zeugnis 1_12.
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